Kinderwunschzentrum Wien

IVF in Wien: Ablauf und Vorbereitung

Wenn eine IVF medizinisch sinnvoll wird, braucht es klare Aufklärung, gutes Timing und eine Begleitung, die Chancen, Grenzen und die weitere Betreuung bei Schwangerschaft offen bespricht.

Prof. MR Dr. Friedrich Gill erklärt Paaren den Ablauf einer Kinderwunschbehandlung
IVF wird nicht als Standardlösung verkauft, sondern nach Befunden und Alternativen eingeordnet.

Wann eine IVF medizinisch Thema wird

IVF bedeutet In-vitro-Fertilisation: Eizellen werden nach hormoneller Vorbereitung entnommen und außerhalb des Körpers mit Spermien zusammengebracht. Anschließend wird ein Embryo in die Gebärmutter eingesetzt, wenn die medizinischen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Eine IVF ist kein erster Reflex bei unerfülltem Kinderwunsch. Sie wird dann besprochen, wenn die Befunde dafür sprechen oder wenn einfachere Wege wenig Aussicht haben.

Typische Gründe können verschlossene oder stark geschädigte Eileiter, ausgeprägte Endometriose, deutlich eingeschränkte Samenqualität, höheres reproduktives Alter, lange erfolglose Kinderwunschdauer oder erfolglose Vorbehandlungen sein. Manchmal ist auch ICSI Thema: Dabei wird ein einzelnes Spermium direkt in eine Eizelle eingebracht, vor allem bei bestimmten männlichen Faktoren oder nach vorheriger Befruchtungsproblematik. Welche Methode passt, entscheidet sich nicht am Wunsch nach der modernsten Technik, sondern an den Befunden.

Grafik: IVF Ablauf braucht gutes Timing und klare Planung
Bei einer IVF greifen mehrere Schritte zeitlich ineinander. Gute Vorbereitung macht den Ablauf verständlicher und ruhiger.

Vor der IVF: Diagnostik spart Zeit und falsche Erwartungen

Vor einer IVF sollten die wichtigsten Grundlagen geklärt sein. Dazu gehören Zyklus, Hormonlage, Ultraschallbefund, Gebärmutter, relevante Vorerkrankungen und der Samenbefund. Je nach Situation werden Schilddrüse, Gerinnung, Endometriose, frühere Operationen, Fehlgeburten oder wiederholte Einnistungsprobleme genauer betrachtet. Ziel ist nicht, die IVF komplizierter zu machen. Ziel ist, vor dem Start jene Punkte zu erkennen, die den Ablauf, die Dosierung, das Risiko oder die Erfolgsaussicht beeinflussen können.

Ein Beispiel: Ein niedriger AMH-Wert kann auf eine geringere ovarielle Reserve hinweisen und bei der Stimulationsplanung relevant sein. Er bedeutet aber nicht automatisch, dass keine Schwangerschaft möglich ist. Ein auffälliges Spermiogramm kann die Frage aufwerfen, ob IVF oder ICSI sinnvoller ist. Ein Polyp oder ein submuköses Myom kann vor einem Transfer anders bewertet werden als ein kleines, außen liegendes Myom ohne Kontakt zur Gebärmutterhöhle. Diese Einordnung gehört in ein ärztliches Gespräch, weil einzelne Befunde allein selten die ganze Entscheidung tragen.

Kooperation: was in der Ordination und was im Institut erfolgt

Das Kompetenzzentrum für Kinderwunsch Wien arbeitet im Kinderwunschkontext mit dem Wunschbaby Institut Feichtinger zusammen. Die eigentliche IVF, also Eizellentnahme, Laborphase, Befruchtung, Embryokultur und Transfer, erfolgt im kooperierenden Institut. In der Ordination am Margaretenplatz können vorbereitende Besprechungen, Befundsichtung, Therapieplanung, Ultraschallvoruntersuchungen und Verlaufskontrollen Teil der Begleitung sein. Für Patientinnen ist das praktisch, weil Fragen nicht in anonyme Einzelteile zerfallen, sondern medizinisch zusammengehalten werden.

Wichtig ist eine klare Aufgabenverteilung. Die Ordination hilft dabei, die Ausgangslage zu verstehen, Vorbefunde zu ordnen, Risiken zu besprechen und Termine gut vorzubereiten. Das Institut übernimmt jene Schritte, die ein spezialisiertes IVF-Labor und die entsprechende Infrastruktur erfordern. Dadurch entsteht ein abgestimmter Weg: persönliche ärztliche Begleitung am Margaretenplatz und Durchführung dort, wo Labor, Punktion und Embryologie fachlich angesiedelt sind.

Grafik: IVF Vorbereitung in der Ordination und Durchführung in Kooperation
Vorbereitung, Kontrollen und Besprechung werden mit der Durchführung im kooperierenden Institut abgestimmt.

Der typische Ablauf einer IVF

Der konkrete Ablauf kann je nach Protokoll, Alter, Hormonlage und medizinischer Situation variieren. Trotzdem gibt es typische Schritte, die viele Behandlungen gemeinsam haben. Am Anfang steht die Planung: Welche Befunde liegen vor? Welche Stimulation ist passend? Welche Medikamente werden verwendet? Wann sind Kontrollen notwendig? Welche Rolle hat der Partner? Welche Unterlagen braucht das Institut? Welche Kosten- oder Fondsfragen müssen geklärt werden?

  • Planung und Aufklärung: Befunde werden besprochen, die Methode wird erklärt und offene Fragen werden gesammelt.
  • Hormonelle Stimulation: Die Eierstöcke werden medikamentös angeregt, damit mehrere Follikel heranreifen können.
  • Ultraschallkontrollen: Follikelgröße und Schleimhautaufbau werden kontrolliert, damit der richtige Zeitpunkt gefunden wird.
  • Auslösung und Eizellentnahme: Wenn die Follikel passend gereift sind, wird der Eisprung medikamentös ausgelöst und die Eizellentnahme geplant.
  • Laborphase: Eizellen und Spermien werden im Labor zusammengeführt; je nach Befund als IVF oder ICSI.
  • Embryotransfer: Ein Embryo wird in die Gebärmutter eingesetzt, sofern die medizinische Situation passt.
  • Lutealphase und Schwangerschaftstest: Die Zeit nach dem Transfer wird begleitet; der Schwangerschaftstest erfolgt zu einem festgelegten Zeitpunkt.

Was Ultraschallkontrollen leisten

Während der Stimulation sind Ultraschallkontrollen mehr als reine Routine. Sie zeigen, wie viele Follikel wachsen, ob die Entwicklung gleichmäßig ist und wie die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut ist. Daraus ergeben sich praktische Entscheidungen: Muss die Dosierung angepasst werden? Ist eine zusätzliche Kontrolle nötig? Wann soll ausgelöst werden? Gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Überstimulation? Für Patientinnen ist das oft die Phase, in der viele Fragen entstehen, weil der Ablauf eng getaktet ist. Eine ruhige Erklärung hilft, nicht jedes Detail als Alarmzeichen zu verstehen.

Auch nach der Eizellentnahme und vor dem Transfer bleibt die medizinische Einordnung wichtig. Nicht jeder Zyklus verläuft gleich. Manchmal ist ein Frischtransfer passend, manchmal wird aus medizinischen Gründen ein späterer Transfer in einem Kryozyklus geplant. Diese Entscheidungen hängen von Befunden, Hormonlage, Schleimhaut, Anzahl der Eizellen, Embryoentwicklung und Sicherheit der Patientin ab.

Chancen realistisch besprechen

IVF kann eine sehr wichtige Behandlungsoption sein, aber sie ist keine Garantie. Erfolgschancen hängen stark von Alter, Eizellreserve, Samenqualität, Embryoentwicklung, Gebärmutterfaktoren, Endometriose, Vorerkrankungen und bisherigen Behandlungen ab. Deshalb ist es unseriös, pauschale Erfolgsversprechen zu machen. Seriöse Beratung erklärt, welche Faktoren günstig sind, welche Grenzen bestehen und ab welchem Punkt die Strategie neu bewertet werden sollte.

Für viele Paare ist wichtig zu wissen: Ein negativer Schwangerschaftstest bedeutet nicht automatisch, dass alles falsch war. Er bedeutet, dass der Zyklus medizinisch nachbesprochen werden muss. Wie war die Reaktion auf die Stimulation? Wie viele Eizellen wurden gewonnen? Wie war die Befruchtung? Wie entwickelte sich der Embryo? Gab es Auffälligkeiten bei Schleimhaut oder Timing? Erst aus dieser Analyse entsteht eine sinnvolle Anpassung für den nächsten Schritt.

Risiken und Belastungen nicht kleinreden

Eine IVF ist körperlich und emotional belastend. Medikamente, Kontrollen, Punktion, Wartezeiten und Ergebnisdruck können anstrengend sein. Medizinisch können Nebenwirkungen durch die hormonelle Stimulation auftreten. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Risiko einer ovariellen Überstimulation, das heute durch sorgfältige Planung und passende Protokolle reduziert werden kann, aber dennoch ernst genommen wird. Auch Mehrlingsschwangerschaften sind ein relevantes Thema, weshalb die Frage nach Anzahl der zu transferierenden Embryonen individuell und verantwortungsvoll besprochen wird.

Ebenso wichtig ist die psychische Seite. Viele Patientinnen erleben die Behandlung als Wechsel aus Hoffnung, Kontrolle und Warten. Gute Begleitung bedeutet deshalb nicht nur, Termine zu organisieren, sondern die einzelnen Schritte verständlich zu machen. Wenn klar ist, warum eine Kontrolle stattfindet, warum ein Wert wichtig ist oder warum ein Transfer verschoben wird, fühlt sich der Ablauf weniger willkürlich an.

Zusatzmethoden: nicht alles passt zu jedem Paar

Rund um IVF gibt es viele Zusatzangebote: spezielle Spermienselektion, EmbryoScope, Kryotransferstrategien, immunologische Abklärungen, Gerinnungsthemen, Intralipid, genetische Diagnostik oder weitere Laborverfahren. Manche können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, andere sind nicht für jede Ausgangslage belegt oder ändern die Entscheidung nicht. Deshalb wird in der Ordination nicht nach dem Prinzip „mehr ist automatisch besser“ beraten. Entscheidend ist die Frage: Gibt es in Ihrer Vorgeschichte einen Grund, diese Methode zu prüfen, und welche Konsequenz hätte das Ergebnis?

Diese Zurückhaltung ist kein Mangel an Möglichkeiten, sondern ein Qualitätsmerkmal. Kinderwunschmedizin darf nicht aus Angst verkaufen. Sie muss erklären, was medizinisch plausibel ist, was unsicher bleibt und welche Schritte im Verhältnis zu Belastung, Kosten und Nutzen stehen.

Kosten, IVF-Fonds und organisatorische Fragen

In Österreich kann der IVF-Fonds unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der Kosten unterstützen. Ob eine Unterstützung möglich ist, hängt unter anderem von medizinischen und persönlichen Kriterien ab und muss im Einzelfall geprüft werden. Zusätzlich können private Leistungen, Ordinationsleistungen, Medikamente, Laborleistungen und institutsspezifische Kosten unterschiedlich anfallen. Deshalb ist es sinnvoll, Kosten nicht als pauschalen Satz zu betrachten, sondern früh zu klären, welche Schritte bei Ihnen realistisch werden und welche Stelle dafür zuständig ist.

Für den ersten Termin ist keine fertige Entscheidung notwendig. Sinnvoll ist vielmehr, die Unterlagen zu sammeln und die wichtigsten Fragen mitzubringen: Welche Befunde fehlen noch? Wäre IVF überhaupt die richtige Richtung? Gibt es Alternativen? Wie schnell sollte gehandelt werden? Welche Rolle spielt das Alter? Muss zuerst etwas behandelt werden? Welche Kontrollen können am Margaretenplatz stattfinden? Welche Schritte erfolgen im Institut?

Was Sie aus dem Gespräch mitnehmen sollten

Nach einer guten IVF-Besprechung sollten Sie nicht nur wissen, dass IVF möglich ist. Sie sollten verstehen, warum sie in Ihrer Situation sinnvoll sein könnte, welche Alternativen es gibt, welche Befunde noch fehlen und wie der Ablauf konkret organisiert wird. Dazu gehört auch, offen über Unsicherheiten zu sprechen: Was lässt sich beeinflussen? Was bleibt biologisch nicht steuerbar? Wann wird der Plan angepasst? Und wann ist es besser, eine Entscheidung noch nicht zu erzwingen?

Die Ordination Prof. MR Dr. Friedrich Gill begleitet diesen Weg mit dem Ziel, medizinische Entscheidungen verständlich zu machen. IVF ist ein hochspezialisierter Prozess. Für Patientinnen und Paare wird er aber erst dann tragbar, wenn die einzelnen Schritte nicht nur durchgeführt, sondern auch erklärt werden.

Wenn eine Schwangerschaft eintritt, endet die medizinische Verantwortung nicht automatisch mit dem positiven Test. Prof. MR Dr. Gill ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe; deshalb kann auch die weitere Betreuung in der Schwangerschaft und die geburtshilfliche Planung individuell besprochen werden.

Wichtig: Diese Seite dient der Orientierung. Ob IVF, ICSI, Insemination oder zunächst weitere Diagnostik sinnvoll ist, kann nur nach persönlicher ärztlicher Befundbesprechung entschieden werden.

Einordnung

So wird aus Information ein nächster Schritt.

Bilder ersetzen keine Beratung. Sie helfen aber, den Ablauf, die Ordination und die wichtigsten Entscheidungspunkte greifbarer zu machen.

Illustration: Prof. MR Dr. Friedrich Gill plant mit einem Paar die IVF Vorbereitung

Planung vor Behandlung

Vor dem Start müssen Befunde, Methode, Timing und organisatorische Schritte verständlich sein.

Illustration: Ablauf einer IVF Vorbereitung mit Timing und Kontrollen

Ablauf verstehen

Stimulation, Kontrolle, Punktion, Laborphase und Transfer greifen zeitlich ineinander.

Illustration: Kooperation zwischen Ordination und Kinderwunschinstitut

Kooperation

Die Ordination begleitet Vorbereitung und Einordnung; die Labor- und IVF-Schritte erfolgen im Institut.

Illustration: Prof. MR Dr. Friedrich Gill erklärt Kinderwunschthemen in kleiner Runde

Orientierung vor Entscheidung

Gerade vor IVF hilft es, Chancen, Grenzen und Alternativen ruhig zu besprechen.

Quellen

Medizinisch vorsichtig recherchiert.

Die Inhalte orientieren sich an seriösen Fach- und Behördenquellen. Sie ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung.

IVF persönlich einordnen

Nächsten Schritt zur IVF-Vorbereitung besprechen.

Wenn Sie über IVF nachdenken oder bereits Befunde haben, kann die Ordination Ihre Situation vorab einordnen und den passenden Termin abstimmen.

Ordination

Margaretenplatz 2
A-1050 Wien

Terminanfrage

Die Anfrage wird zur Terminabstimmung an die Ordination gesendet.

FAQ

Häufige Fragen.

Kurze Antworten zur Orientierung. Die persönliche medizinische Beratung findet im Termin statt.

Wird die IVF direkt am Margaretenplatz durchgeführt?

Die IVF selbst wird im kooperierenden Wunschbaby Institut Feichtinger durchgeführt. Vorbereitung, Befundbesprechung und begleitende Kontrollen können Teil der Betreuung in der Ordination sein.

Wie viele Termine sind notwendig?

Das hängt vom Behandlungsplan, vom Stimulationsprotokoll und vom Verlauf ab. Im Gespräch wird erklärt, welche Termine in der Ordination und welche im Institut stattfinden.

Ist IVF immer die erste Behandlung?

Nein. IVF ist eine Option, wenn sie aufgrund der Befunde sinnvoll ist oder wenn einfachere Wege wenig Aussicht haben.

Was ist der Unterschied zwischen IVF und ICSI?

Bei IVF werden Eizelle und Spermien im Labor zusammengebracht. Bei ICSI wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht. Welche Methode passt, hängt vor allem vom Samenbefund und der Vorgeschichte ab.

Welche Risiken werden vorab besprochen?

Besprochen werden unter anderem Stimulation, Nebenwirkungen, Überstimulationsrisiko, Punktion, Mehrlingsrisiko, emotionaler Druck und mögliche Alternativen.

Kann der IVF-Fonds unterstützen?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann der österreichische IVF-Fonds Kosten unterstützen. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird individuell geprüft.

Was passiert nach einem positiven Schwangerschaftstest?

Die weiteren Schritte werden besprochen. Als Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kann Prof. MR Dr. Gill die Schwangerschafts- und Geburtshilfebetreuung individuell einordnen.

Was passiert nach einem negativen Versuch?

Dann wird der Verlauf analysiert: Stimulation, Eizellen, Befruchtung, Embryoentwicklung, Schleimhaut, Timing und mögliche Anpassungen für den nächsten Schritt.

Den ganzen Weg besprechen.

Vom Kinderwunsch über mögliche Behandlungswege bis zur weiteren Schwangerschafts- und Geburtshilfebetreuung: Vereinbaren Sie einen Termin am Margaretenplatz.

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